Pulo do Lobo – die wilde Seite des Rio Guadiana

„Cascata do Pulo do Lobo“ bedeutet soviel wie „Wasserfall am Wolfssprung“. Damit gemeint ist der Rio Guadiana, wie er sich an einer engen Stelle zwischen den Felsen hindurchquetscht. Und – zumindest wenn es genügend Wasser im Fluss hat – zu einem kleinen Wasserfall wird. Ich würde es eher als Stromschnellen bezeichnen – auch, wenn er als höchster Wasserfall im Alentejo bezeichnet wird.

Imposant ist es auf jeden Fall, was die Natur im Laufe der Zeit hier geformt hat – auch, wenn es mal etwas mehr / weniger Wasser hat, so dass der Wasserfall nicht wirklich als solcher zu erkennen ist. Denn das eigentlich Interessante hier ist die Landschaft drumherum, insbesondere die vom fließenden Wasser geformten Steine. Über viele Tausend (Millionen) Jahre hinweg hat sich das Wasser hier seinen Weg gebahnt.

Beton auf Stein: Aussichtsplattform am Pulo do Lobo

Pulo do Lobo heißt „Wolfssprung“ oder „Wolf Jump“. Dazu gibt es eine Legende. Diese besagt, dass nur ein tapferer Mann oder ein wildes, gejagtes Tier über die Schlucht springen kann. Zumindest habe ich das so übersetzt.

Wie man zum Pulo do Lobo hinkommt

Man findet ihn rund 17 Kilometer nördlich von Mértola, im Alentejo, nahe der spanischen Grenze. Da gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute ist, dass die letzten sechs Kilometer wunderschön sind – eine kurvige, frisch geteerte Straße, in sehr schöner Landschaft. Da sind die miesen Straßenverhältnisse zuvor schnell wieder vergessen. Von der IC27 / N122, die Mértola und Beja miteinander verbindet, geht es ein paar Kilometer über eine eher ruppige Landstraße bis zum Dorf „Amêndoeira da Serra“. Ab da wird die Straße deutlich besser, versprochen!

Mit dem Wohnmobil runterfahren? Muss nicht sein.

Parken kannst du am Ende der geteerten Straße auf dem dafür gedachten Parkplatz. Möchtest du den Besuch des Wasserfalls mit einer anschließenden Rundwanderung verbinden, dann parke doch am besten gleich hier.

Ansonsten kannst du auch die ca. 1,3 Kilometer runter zum Fluss fahren. Aber bitte nicht mit jedem Fahrzeug und bei jeder Witterung! Denn der Weg ist steil und nicht immer sehr fest, da könnte es mit einem Frontantrieb (und insbesondere mit einem Wohnmobil) etwas kritisch werden – insbesondere, wenn der Weg nicht trocken ist.

Das geschlossene Tor am Parkplatz ist dafür gedacht, dass die Tiere drinnen / draußen bleiben. Um durch zu fahren musst du es also vorher öffnen – und hinterher bitte auch wieder schließen.

Oben parken oder durchfahren – beides geht.

Was man am Pulo do Lobo machen kann

Das Areal der „Herdade de Pulo do Lobo“ ist so eine Art Naturschutzprojekt. Hier hat man außergewöhnlich viele unterschiedliche Bäume angepflanzt, und wohl auch Tiere angesiedelt. Vögel sollen gut zu fotografieren sein. Wir haben uns auf die Stromschnellen und Felsformationen selbst konzentriert, und haben im Anschluss daran noch die Rundwanderung gemacht. Diese führt dich wieder zurück zum Parkplatz. Hier ist die Strecke: https://www.gmap-pedometer.com/?r=7188285

Mein Tipp: lade dir die Karte vorher herunter, oder schaue sie dir genau auf Google Maps an, denn unten am Rio Guadiana gibt es kein Internet. Damit du bei Kilometer 4 den Abzweig (an der Ruine) nicht verpasst. Gutes Schuhwerk ist übrigens sehr empfehlenswert! Der Wanderweg ist gelb-rot markiert. Gute zwei Stunden dürfte man unterwegs sein.

Eine schöne Wanderung in den Hügel am Rio Guadiana

Unten beim Pulo do Lobo gibt es dann auch noch einen Geocache zu finden 🙂

Und die beste Reisezeit?

Ich war einmal im Dezember, ein weiters Mal im Januar am Pulo do Lobo. Ob der Wasserfall seinem Namen gerecht werden kann hängt sehr stark davon ab, wie viel Wasser der Guadiana führt. Im Sommer dürfte das eher weniger sein. Ansonsten kommt es darauf an, wie viel es geregnet hat. Anfang des Jahres / im Frühling dürfte das schon passen.

Befestigte Wege am Wasserfall.
Eine vielfältige Bepflanzung.
Den Hunden gefällt’s hier auch!

Informatives & Organisatorisches

  • Pulo do Lobo auf Google Maps: https://goo.gl/maps/9UCFVKE7JFk
  • Nächste Stadt: Mértola im Süden, Beja im Norden. Jeweils mit Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants, Castelo und anderem Sehenswertem.
  • Übernachten:
    1. Wohnmobil / Wohnwagen: wir sind für eine Nacht auf dem Parkplatz frei gestanden. Was freilich nicht erlaubt ist, da Naturpark. In Mértola gibt es einen kostenlosen Stellplatz (mit Wasserhahn) am Guadiana, in Beja gibt es einen Campingplatz.
    2. Hotel: In Mértola gibt es ein paar nette kleine Hotels, direkt am Guadiana.
  • Essen gehen: Im Restaurante „O Brasileiro“ in Mértola (siehe Google Maps) kommt man „Migas“, eine regionale Spezialität.

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