Portugiesisch für den Urlaub | wichtige Wörter & Sätze

Es kann nie schaden, ein paar Wörter portugiesisch zu können. Egal, in welches Land du kommst, die Einheimischen freuen sich immer, wenn man wenigstens Guten Tag und Danke sagen kann.


Wo und wofür du Portugiesisch (nicht) brauchst

Ganz klar, beschränkst du deinen Portugalaufenthalt auf portugiesisch gut erschlossene Gegenden, dann brauchst du theoretisch überhaupt kein Portugiesisch. Dennoch finde ich es nett, zumindest ein paar Floskeln zu beherrschen. Eigentlich wollte ich schon in meinem ersten Winter etwas mehr Portugiesisch lernen – doch meine Motivation war nicht die beste. Was auch daran lag, dass ich als Blondine immer und überall sofort auf Englisch angesprochen wurde, im Restaurant oder im Geschäft.

Doch begiebst du dich ins Hinterland von Portugal, sieht die Sache schon ganz anders aus. Spanisch können zwar viele Portugiesen, aber … Naja, sagen wir so, es ist nicht ihre favorisierte Sprache. Englisch geht ab und zu, aber teilweise kommst du in Portugal mit Französisch sogar weiter. Denn viele Portugiesen waren mal in Frankreich für viele Jahre zum Arbeiten, sprechen die Sprache also recht fließend. Vor allem, wenn du dich mit einem älteren Portugiesen unterhälst – frag doch einfach mal, ob er französisch kann! Wenn du diese Sprache beherrschst kommst du schonmal weiter 😉

Doch meistens geht im Inland von Portugal einfach nur Portugiesisch. Im Restaurant, bei Behörden, in der Apotheke. Selbst junge Menschen können teilweise kein Englisch, es ist schon recht erstaunlich.

Auf Portugiesisch begrüßen & verabschieden

Bom Dia Guten Tag (vormittags, bei Begrüßung und Verabschiedung) [Bom Dia]
Boa Tarde Guten Tag (nachmittags, bei Begrüßung und Verabschiedung) [Boa Tard]
Boa Noite Guten Abend / gute Nacht [Boa Noit]
Olá Hallo [Ola!]
Adeus Auf wiedersehen (formell) [Adeusch]
Ciao Tschüss (informeller, wenn man sich kennt) [Tschau]
Tudo bem Alles klar? [Tudo bei]

Vormittags ein Bom dia, nachmittags ein Boa Tarde, zur Begrüßung wie auch zur Verabschiedung, die wohl wichtigsten zwei Wörter für Portugal. Wenn man sonst nichts kann, das sollte man können.

Bitte, Danke und so

Obrigada Danke (wenn du eine Frau bist) [Obrigada]
Obrigado Danke (wenn du ein Mann bist) [Obrigado]
De nada keine Ursache [D Nad]
Por favor Bitte (es gibt noch „Faz favor“, aber das braucht es für den Urlaub in Portugal nicht zwingend) [Pr Favr]
Sim Ja [Si] mit Nasallaut am Ende, also mit stummem M
Não Nein [Nao] mit nasalem a

Das Obrigado / Obrigada funktioniert auch einfach als „Obrigad“. Wie auch sonst lassen viele Portugiesen den Vokal am Ende einfach weg, oder er wird einfach nur leicht angedeutet.

1×1 im Restaurant

A conta, por favor die Rechnung, bitte
Um Galão, por favor Ein Espresso Latte, bitte
Um café, por favor Ein Espresso, bitte
Peixe ou carne? Fisch oder Fleisch? [Peische u Karne?]
Grilhado gegrillt
Couvert Vorspeise
Doce da casa Nachtisch des Hauses

Das richtige Restaurante finden

Ganz ehrlich: auch ohne jegliche Portugiesisch-Kenntnisse bekommt man in jedem Restaurant etwas zu essen. Das gilt vermutlich für die ganze Welt, im Zweifel gibt es die „Empfehlung des Hauses“, und die ist normalerweise nicht die schlechteste Wahl. Viel wichtiger ist es doch, in das passende Etablissement einzukehren. Was eine Pizzeria oder Hamburgueria ist, das sollte doch klar sein, oder? Befassen wir uns also mit den anderen Arten von Restaurants in Portugal.

Steht einfach nur „Restaurante“ dran, dann kannst Du portugiesische Küche erwarten, auch in einer Tasquinha. Spezieller wird es in der Marisqueira (Fisch und Meeresfrüchte) oder Churrasqueira (es wird gegrillt, was gegrillt werden kann).In ganz Portugal, vor allem aber auch in der jeweiligen Region ist der Besuch eines „Casa das Bifanas“ empfehlenswert. Bifanas sind eine portugiesische Spezialität, die aus dem Ort Vendas Novas kommen. Ein dünnes, ausgebackenes Stück Schwein im Brötchen, klassischerweise mit Senfsoße (Achtung, mehr süß als senfig), in verschiedenen Varianten, beispielsweise mit Käse. Im „Casa das Francesinhas“ gibt es die im Großraum Porto so beliebte Francesinha. Ein gewaltiger Berg aus Toast, Fleisch, Würstchen, mit viel Soße, Ei und Käse. Auch hier gibt es tausende Varianten, zumindest im darauf spezialisierten Restaurant. Ich mag die Version mit Champigons oder Meeresfrüchte sehr.

Die Padaria (Bäckerei) hat vor allem Brot, aber auch etwas Süßkram. Die Pastelaria (Konditorei) hat vor allem Süßkram, meist aber auch normales Brot. Die Mateigaria (Manteiga = Butter) hat vor allem Törtchen. Nebst den klassischen Pasteis de Nata, dem portugiesischen Nationalgebäck, auch hundert weitere Arten von Törtchen und Süßgebäck.

Mehr ums Trinken als um Essen geht es dann in der Cervejaria (Bier!), im Café, in der Bar oder Taberna. Aber auch hier bekommt man oftmals etwas zu essen, zumindest eine Kleinigkeit.


Die Zahlen

Zahlen finde ich jetzt nicht sooo wichtig, man hat ja Finger, und wenn die nicht mehr ausreichen, nehme ich meist heute noch einen Stift (oder das Smartphone) zur Hand, denn dann geht es meist ums Geld, da sind Irrtümer ja immer etwas doof. Da Portugiesisch eine romanische Sprache ist, sind die Grundzahlen denen im Spanischen / Französischen sehr ähnlich:

  1. Um / Uma
  2. Dois / Duas
  3. Três
  4. Quatro
  5. Cinco
  6. Seis
  7. Sete
  8. Ovo
  9. Nove
  10. Dez
  11. Onze
  12. Doze
  13. Treze

Und noch ein paar:

  • Vinte – Zwanzig
  • Trinta – Dreißig
  • Quarenta – Vierzig
  • Cinquenta – Fünfzig
  • Cem – Hundert
  • Mil – Tausend

Die Zahlen 1 und 2 stehen in Abhängigkeit des weiblichen / männlichen Substantives. Es gibt auch nur männlich / weiblich, das deutsche „das“ gibt es also nicht.

Um meio kilo de … Ein halbes Kilo von ..
Uma Cerveja Ein Bier
Dois pimentos Zwei Paprika
Duas cebolas Zwei Zwiebeln

Uhrzeiten und Tage wären noch interessant. Insbesondere, wenn man im Urlaub vor einem geschlossenen Ladengeschäft oder Restaurant steht und versucht die Öffnungszeiten zu entziffern. Das „feira“ im Wochentag lassen sie gerne auch mal weg:

  • Segunda-feira – Montag
  • Terça-feira – Dienstag
  • Quarta-feira – Mittwoch
  • Quinta-feira – Donnerstag
  • Sexta-feira – Freitag
  • Sábado – Samstag
  • Domingo – Sonntag

Die Werktage werden also durchgezählt, Montag ist der zweite (=segundo) Tag, Dienstag der dritte usw.

Tageszeiten auf Portugiesisch

Bei Unterhaltungen, wann etwas offen hat oder wann man wieder kommen soll, helfen diese Begriffe weiter:

  • De manhã – morgens
  • Ao meio-dia – mittags
  • De noite – abends

Ist das geklärt, und man verlässt die Situation, könnte man sagen:

  • Até breve! – Bis bald!
  • Até amanhã! – Bis morgen!
  • Até logo! – Wir sehen uns!

Ich beschränke mich hier wirklich nur auf Vokabeln, die man in Portugal im Geschäft, Restaurant oder auf der Straße gebrauchen könnte. Alltagssituationen im Urlaub, wo etwas Portugiesisch wirklich helfen kann. Viele Sprachkurse die auf Touristen abzielen, bringen einem ja gerne erst einmal bei, wie man in Portugal im Hotel ein Zimmer reserviert bzw. eincheckt. Das ist doch nonens. Der Rezeptionist im Hotel spricht normalerweise Englisch, mindestens.


Paar Floskeln Portugiesisch für den Urlaub lernen, oder doch mehr?

Für das erste reicht es, oder? Für einen normalen Urlaub in Portugal sicher. Wenn Du etwas länger bleibst oder deinen Urlaub öfters in Portugal verbringst, dann ist es natürlich empfehlenswert ein bisschen mehr zu lernen. Da gibt es dann viele Möglichkeiten. Mit einem ordentlichen Sprachkurs Europäisches Portugiesisch lernen ist natürlich immer eine gute Idee. Online, Volkshochschulkurs oder eine Sprachreise, es gibt viele Möglichkeiten. Achte nur darauf, dass es nicht das Portugiesisch ist, das in Brasilien gesprochen wird. Das ist zwar sehr ähnlich, aber es gibt durchaus genug Unterschiede, dass ein Kurs für das „richtige“ Portugiesisch durchaus zielführender wäre. Außer natürlich, Du willst gar nicht nach Portugal, sondern nach Brasilien.


Die Portugiesische Aussprache

Noch ein paar Tipps, damit Du die Chance hast, gelesene Wörter zumindest halbwegs korrekt auszusprechen.

Portugiesisch hört sich ein bisschen wie russisch an, ist aber eigentlich mehr ein bisschen wie Schwäbisch: es gibt viele SCH-Laute, und es ist ein bisschen nuschelig. Vokale werden eher mal nicht ausgesprochen. So heißt die Portugiesische Stadt „Setubal“ eigentlich „Schtbl“. Die „Algarve“ wird „Algarv“ ausgesprochen. Mein liebstes portugiesisches Städtchen „Idanha-A-Nova“ wird zu „Idanhanov“.

  • Der Buchstabe „C“ wird als hartes K oder S ausgesprochen, je nachdem welches Vokal dahinter steht.
  • OU ist ein U
  • Bem Vindo, Muito Bem, Cerveja … Gerade das letzte E wird gerne zum EI
  • Steht am Ende des Wortes ein einfaches Vokal, lässt man das gerne unter den Tisch fallen: Peixe, Tarde, Nove …